Schulentwicklung in Riobamba
Das Arbeitsfeld von Judith Condor-Glanzmann ist die Handwerkschule Yaruquies bei Riobamba. Die Primarlehrerin aus Welschenrohr SO berät die LehrerInnen und gestaltet die Schulentwicklung mit. Darüber hinaus pflegt sie mit Hausbesuchen den Kontakt mit den Eltern.
Trotz dem hoffnungsvollen politischen Umbruch in Ecuador ist die Beschäftigungslage für junge Menschen schwierig. Sie haben nach der Primarschulzeit kaum Zukunftsperspektiven. Dies gilt verstärkt für Jugendliche indianischer Abstammung auf dem Land. Wenn es ihnen gelingt, eine Beschäftigung zu finden, arbeiten sie bei miserabler Entlöhnung als schlecht qualifizierte Schuhputzer, Lastenträger oder Hausangestellte.
Hier setzt die Handwerkschule in Yaruquies an. Sie bildet Jugendliche aus einfachsten Verhältnissen am Stadtrand von Riobamba zu Handwerkern aus. Am Vormittag werden Fächer wie Mathematik, Sprache, Englisch oder Ethik unterrichtet. Nachmittags stehen Weben, Töpfern, Eisenverarbeitung, Möbelschreinern oder Kochen auf dem Programm.
Judith Condor-Glanzmann
- berät Lehrpersonen in didaktischen Fragen
- steht für persönliche Gespräche zur Verfügung
- arbeitet in der Schulentwicklung mit
- engagiert sich in der Elternarbeit.
Die meisten Familien sind Indígenas, die seit Jahrhunderten unterdrückt wurden und sich erst jetzt allmählich emanzipieren. Indem eine Europäerin wie Judith Glanzmann diese Familien besucht und sich ihrer Probleme annimmt, verleiht sie ihnen Würde und leistet einen wichtigen Beitrag zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein dieser Menschen.
Überaus wichtig ist die Präsenz von Judith Condor-Glanzmann noch aus einem andern Grund: Einige der Geldgeber aus Deutschland und Spanien drängen ihre Vorstellungen vom Schulwesen auf, ohne vertiefte Kenntnisse der konkreten Situation in Ecuador. Umso wertvoller ist eine Schweizer Lehrerin im Team, die die Schule von innen kennt und wertvolle kulturelle Vermittlungsdienste leisten kann.
Projektpartner: Unidad de Formación Artesanal Adolfo Kolping
Die "Unidad de Formación Artesanal Adolfo Kolping" wurde von einem deutschen Pfarrer als Sekundarschule mit integrierter Berufsausbildung gegründet. Sie zählt 160 Schülerinnen und Schüler und finanziert sich über Beiträge der Eltern und Patenschaften in Deutschland und Spanien.




