Hoffnung für Flüchtlinge in Nairobi

Seit Anfang der 1990er Jahre ist Kenia Zufluchtsort für Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern. Der Immenseer Missionar Eugen Birrer leitet das Hilfsprogramm für Flüchtlinge der Erzdiözese Nairobi (NARAP), das rund 1200 Flüchtlinge in den Townships erreicht. Insbesondere mit den erfolgreichen Ausbildungsprojekten werden alleinstehende Flüchtlingsfrauen mit Kindern auf ein eigenständiges Leben vorbereitet.
Das NARAP-Hilfsprogramm für Flüchtlinge umfasst verschiedene Projekte. Es
- unterstützt 650 Flüchtlinge mit Sozialhilfe und -beratung,
- führt das "St. Monica Foyer" für 80 Frauen und 40 Kinder,
- bietet Kurse für Flüchtlinge und Kenianer: Sprache, Computer, Sekretariat, Mode und Schneiderei, Coiffure und Gesichtspflege,
- führt verschiedene Selbsthilfeprojekte wie eine Bäckerei, ein Gartenrestaurant, ein Internet-Café, ein Hauslieferdienst für Mahlzeiten sowie einen Secondhand-Laden,
- bietet im Kangemi-Rehabilitationszentrum Zugang zu Physiotherapie für Minenopfer und Kriegsverletzte. Jährlich erhalten 150 Flüchtlinge eine Prothese oder eine andere Gehhilfe.
Insbesondere die Selbsthilfeprojekte entwickeln eine erfreuliche Dynamik und liefern einen erstaunlich hohen Beitrag an die Flüchtlingsarbeit. Zudem erwerben die Flüchtlinge neue Fähigkeiten in der Arbeitswelt.
St. Monika Foyer: Zentrum für Flüchtlingsfrauen
Eines der Projekte, das mitten in der Hauptstadt Nairobi gelegene "St. Monika Foyer", ist ein Refugium für besonders gefährdeten Flüchtlingsfrauen aus Ruanda, Burundi und der demokratischen Republik Kongo. Viele von ihnen waren Zeuginnen von Massakern in ihrer Heimat und lebten in ständiger Angst vor Todesschwadronen. Im "St. Monika Foyer" haben sie nicht nur ein Dach über dem Kopf und Verpflegung, sondern auch eine Perspektive.
Während ihre Kinder im hauseigenen Kindergarten betreut sind oder in die Schule gehen, können sich die Mütter in Sprach- oder Computerkursen oder als Coiffeuse oder Schneiderin weiterbilden. "Die Frauen sollen unabhängig werden und sich auf ihre Zukunft vorbereiten", sagt Eugen Birrer. "Die Aktivitäten vermitteln den Frauen zahlreiche Kenntnisse – und die Gewissheit, dass sie ihren Teil zum Überleben beitragen und nicht nur von mildtätigen Händen abhängig sind."
Nie aufgeben – immer hoffen!
Der Immenseer Missionar weiss aber auch, dass die Arbeit mit Flüchtlingen ein ständiger Neubeginn ist: "Ich könnte drei oder vier Mal so viele Frauen aufnehmen, wenn wir mehr Geld hätten", sagt er. Und fügt hinzu: "Die Leute fragen mich oft, was sie tun könnten, bei den Millionen von Flüchtlingen in Afrika. Dann sagt ich ihnen: 'Fangt irgendwo an!' Wenn ich etwas von den Flüchtlingen gelernt habe, ist es vor allem, dass sie nie aufgeben – immer hoffen!"
Partnerorganisation Erzdiözese Nairobi
Mit dem Nairobi Archdiocesan Refugee Assistance Programm, kurz NARAP, hat die Erzdiözese die Möglichkeit geschaffen, Flüchtlingen als Freiwillige zu beschäftigen, indem es für diverse Selbsthilfeprojekte eine Lizenz erwirkt hat. Ausserhalb der Projekte haben diese Menschen kaum Chancen auf eine Arbeitsbewilligung.
Das Hauptanliegen von NARAP bleibt jedoch, für die Flüchtlinge eine dauerhafte Lösung zu finden, sei es durch Repatriierung oder Auswanderung in ein Drittland.



