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Einsatz für die Rechte der Afro-KolumbianerInnen

3 Personen im Gespräch auf sumpfigem Boden. Notunterkunft im Hintergrund.
Christine Imholz besucht mit einer Psychologin der Pastoral Social intern vertriebene Awá-Indianer in einem Auffanglager.

Den Menschen Gehör verschaffen und sie in ihrem Kampf gegen Unrecht unterstützen: Das will Christine Imholz mit ihrem Einsatz in Tumaco im Südwesten Kolumbiens. Dort, wo bewaffnete Konflikte, Vertreibungen und Drogenhandel die Menschen täglich bedrohen, engagiert sie sich im Auftrag der BMI in der diözesanen Menschenrechts-Kommission.

Seit 1986 lebt Christine Imholz vor allem in Kolumbien und hat in dieser Zeit verschiedenste Einsätze für die BMI geleistet. Ihre jetzige Aufgabe führte sie an die Pazifikküste im Südwesten des Landes, wo die Menschen ständig zwischen den Fronten bewaffneter Gruppen leben müssen. Seit einigen Jahren nimmt der Kokainhandel ständig zu, Familien werden aus ihren Heimatdörfern vertrieben, weil Erz, Gold oder Holz abgebaut wird. Das Gesetz, welches den Grundbesitz der afro-kolumbianischen Bevölkerung vor Übergriffen schützen sollte, gilt nichts. Die paramilitärischen Gruppen schrecken auch nicht vor Mord zurück.

„Ich habe hier die Aufgabe, die Arbeit der diözesanen Menschenrechtskommission zu stärken und ihre Wirksamkeit zu verbessern“, sagt Christine Imholz. Das heisst:

  • Sie unterstützt das Sammeln von aussagekräftigem Datenmaterial zur Situation der Menschenrechte in Tumaco. Dazu befragt sie die Menschen auch direkt in den Dörfern und pflegt Kontakte mit lokalen Menschenrechtsgruppierungen und Institutionen.
  • Sie organisiert mit anderen Anlässe im Gedenken an die Opfer der Gewalt, so zum Beispiel die Friedenswoche im September 2007, wo auch mehr als 200 Kreuze mit den Namen der Gewaltopfer in der Stadt Tumaco aufgestellt wurden.
  • Sie begleitet Geschädigte und hilft ihnen beim Einfordern von Entschädigungen.
  • Sie organisiert Bildungsveranstaltungen und erarbeitet dafür auch didaktisches Material.

Zudem ist sie Mitglied der Sozialpastoral-Teams und hilft mit, die internen Abläufe und die Zusammenarbeit zu verbessern, damit das Team ihre Aufgaben in den betroffenen Gemeinschaften nachhaltiger wahrnehmen kann. "Die Arbeit der Sozialpastoral zeigt Wirkung", stellt sie fest. Zum Beispiel hat eine abgelegene Gemeinde ein internes Rechtssystem für kleinere Delikte geschaffen. Das heisst, dass die Gemeinschaft jetzt die Verantwortung für die Rechtssicherheit beansprucht, sodass Geschädigte nicht mehr an Paramilitärs und Guerilla gelangen, um sich durchzusetzen oder sich zu rächen. Bei kleineren Übergriffen von bewaffneten Gruppen hat sich die Gemeinde seither tatsächlich erfolgreich wehren können. "Die Menschen spüren, dass sie nicht allein dastehen", sagt Christine Imholz.

Partnerorganisation Pastoral Social der Diözese Tumaco

Tumaco liegt an der Pazifikküste, in der Südwestecke des Landes. Die Diözese umfasst 160 000 Quadratkilometer, mit einer Bevölkerung von 250 000. Sie ist mit sieben Jahren noch sehr jung, und hat wenig Ressourcen. Die Menschenrechts-Kommission ist Teil der diözesanen Sozialpastoral, die sich den gesellschaftlichen Herauforderungen in der Region widmet.

 

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