Röbi Koller berichtet vom Besuch bei den Emberá-Indígenas

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Röbi Koller hat im Mai 2008 Norbert Spiegler im Regenwald Kolumbiens besucht. Als Bethlehem-Botschafter nahm er an einer Versammlung der Emberá-Indígenas teil und berichtet, wie sich Norbert Spiegler für ihre Sicherheit zwischen den Fronten einsetzt und sie bei der Umsetzung ihres Lebensprojekts unterstützt.

Stärkung der indigenen Bevölkerung in Chocó

 Norbert Spiegler während der Dorfversammlung im Schulhaus von Hurtado. Die Bildergalerie gibt Auskunft über die Arbeit von Norbert Spiegler.

Der Theologe und Pädagoge Norbert Spiegler begleitet und stärkt indigene Gemeinden in der Diözese Quibdó. Sein Einsatz ist Teil der Sozialpastoral des „Centro Pastoral Indígena“. In dieser Region, mitten im Regenwald an der Pazifikküste Kolumbiens, sind Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Der Krieg ist allgegenwärtig, und die bewaffneten Gruppen instrumentalisieren die Zivilbevölkerung für ihre Zwecke. Leidtragende sind die indianischen Völker, die ihrer Lebensgrundlage beraubt und vertrieben werden.

Die indigenen Gemeinschaften der Embera, Katío und Chamí, die im Bundesland Chocó in weit verstreuten Siedlungen leben, leiden unter extremer Armut und Hunger. Im ganzen Bundesland gibt es nur ein Krankenhaus, die meisten Menschen können weder lesen noch schreiben. Die Situation wird durch die kriegerischen Auseinandersetzungen erschwert. Militär, Paramilitär und Guerilla gehen ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung vor. Der Krieg hat wirtschaftliche Ursachen, es geht um die reichen Bodenschätze, Biodiversität und die Errichtung von Ölpalmplantagen. Dort, wo die paramilitärischen Schwadronen eindringen, werden die indigenen Gemeinden gezwungen, ihr Land zu verkaufen. Wer sich wehrt, wird gewaltsam vertrieben oder sogar getötet. „Da ist es nützlich, wenn eine internationale Person anwesend ist“, sagt Norbert Spiegler. Seine Präsenz vor Ort schützt die Zivilbevölkerung etwas vor den Übergriffen.

Norbert Spieglers Einsatz umfasst vor allem

  • Menschenrechtsarbeit
  • Bildung
  • interreligiöser Dialog
  • Organisationsarbeit.

Nebst seiner Menschenrechtsarbeit unterstützt Norbert Spiegler die Indígena-Organisation OREWA in Bildungsprojekten und im Organisationsbereich. Ausgangspunkt für diese Zusammenarbeit ist die indianische Kultur und ihre Weltsicht. „Ich setze mich hauptsächlich für die Embera-Jugendlichen ein“, erklärt der Theologe und Pädagoge. Diese jungen Menschen verlören sich schnell im Zusammenprall zwischen ihrer und der westlichen Kultur.

„Vor allem weibliche Jugendliche kommen oft nicht mehr zurecht. Unter ihnen gab es in den letzten Jahren fast vierzig Selbstmorde.“ Um dieser Verzweiflung etwas entgegenzusetzen, organisierte die Sozialpastoral ein regionales Kulturtreffen, an welchem Jugendliche sich mit ihrer Identität auseinandersetzen konnten. „Ich sehe mich als Mittler zwischen den Kulturen“, beschreibt Norbert Spiegler diese Präventionsarbeit. „Vor allem eröffne ich einen Gesprächshorizont, in dem die Jugendlichen ihre eigene Meinung frei ausdrücken können.“ 

Projektpartner Diözese Quibdó

Teil der diözesanen Sozialpastoral ist das „Centro Pastoral Indígena CPI“. Das Engagement für die Autonomie der indigenen Gemeinschaften zeichnet die Arbeit des CPI aus. Dafür wurde die Diözese Quibdó mit dem Nord-Süd-Preis des RomeroHauses 2004 und dem Nationalen Friedenspreis Kolumbiens 2005 ausgezeichnet.

 

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