Gemeinsam gegen die Umweltvergiftung
Die Stadt La Oroya in den Zentralanden ist kein gesunder Ort. La Oroya zählt zu den fünf am stärksten verschmutzten Orten der Erde. Die Verarbeitung von Bodenschätzen verursacht Umweltverschmutzungen riesigen Ausmasses. In dieser Situation sucht die Erzdözese Huancayo mit einem runden Tisch nach Konsenslösungen. Für diesen Projektpartner entwickeln der Sozialarbeiter Othmar Elmiger-Roth und die Sozialarbeiterin Judith Roth Elmiger den bestehenden, viele Parteien umfassenden Rundtisch weiter und leisten Vernetzungs- und Bildungsarbeit.
In der achtzig Jahre alten Metallhütte von La Oroya werden u.a. Blei, Zink und Kupfer gewonnen. Dabei gelangen giftige Schwermetalle wie Arsen, Cadmium, Uran und gewaltige Mengen Bleis sowie Schwefeldioxid in die Luft und in den Rio Mantaro. Die jetzige Besitzerin, die US-amerikanische Firma Doe Run, hat die mit dem Staat vereinbarten Umweltauflagen nur zum Teil erfüllt und nimmt in Kauf, dass Menschen und Umwelt vergiftet werden. Am stärksten betroffen sind die Kinder. Fast alle haben vier bis acht Mal mehr Blei im Blut, als die Weltgesundheitsorganisation akzeptiert. Die Folgen der chronischen Vergiftung sind Hirn- und Nervenschäden, die zu schlechten Schulleistungen und Lähmungen führen. Viele Kinder leiden an Schäden der Atemwege, Nieren-, Magen und Lungenkrebs.
Die Probleme der Region sind längst erkannt. So wurde auf Initiative des Erzbischofs Pedro Barreto ein von allen Parteien anerkannter Rundtisch (Mesa de Dialogo) eingerichtet. An den monatlich stattfindenden Dialogrunden haben inzwischen VertreterInnen von mehr als 200 verschiedenen Organisationen und Stellen aus Kirche, Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft teilgenommen. Die Fachpersonen in Sozialer Arbeit Judith Roth Elmiger und Othmar Elmiger entwickeln den Rundtisch weiter und begleiten ihn. Auch in den Dörfern werden Gruppen aufgebaut und vernetzt. "Es ist unser Ziel, den Runden Tisch von Huancayo mit Umweltinitiativen auf Provinz- und Gemeindeebene zu vernetzen und internationale Kontakte herzustellen", sagen Othmar Elmiger und Judith Roth Elmiger. Sie sind Teil der Umweltpastoral, des Teams, welches sich der Bewusstseinsbildung in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Menschenrechte in der Diözese und auf lokaler Pfarreiebene widmet. "An Arbeitsmöglichkeiten, Ideen und Lust zur Mitarbeit in der Ökologiepastoral mangelt es jedenfalls nicht!", schreibt das Paar in ihrem Rundbrief.
Partnerorganisation: Erzdiözese Huancayo
Das Erzbistum Huancayo vereint die bevölkerungsreichsten Provinzen des Departements Junín, mit etwa 800 000 Einwohnern. Erzbischof Pedro Barreto ist heute einer der wichtigsten Vertreter einer sozial und ökologisch engagierten Kirche in Peru. Die Umweltpastoral des Erzbistums strebt die Stärkung der lokalen Ressourcen an, mit der Vision, das Mantarobecken zu entgiften und zu sanieren und so zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region Junín beizutragen.




