Aidshilfe im sambischen Hinterland

Annie Scholz (rotes T-Shirt) hat von ihrer Vorgängerin eine gut organisierte Arbeit übernommen. Dienstbesprechungen, Planung und Koordination der Aufgaben erfolgen im Team.

Für das Gesundheitsprogramm der Erzdiözese Lusaka koordiniert Annie Scholz den Spitex-Dienst in der Provinz Mpanshya. Darin eingebunden sind viele freiwillige PflegerInnen, die sich in dreizehn Stationen um Kranke, vor allem um AidspatientInnen, kümmern. Die Krankenpflegerin bildet weitere PflegerInnen aus und macht Aidsprävention in den Dörfern. Mit Unterstützung von Annie Scholz’ Mann Michael lanciert die Spitex Projekte, die Menschen in medizinischer Behandlung ein Einkommen sichern.

Mpanshya, 120 Kilometer östlich von Lusaka, ist eine schlecht erschlossene Region mit 19 000 Menschen Die weit auseinander liegenden Dörfer sind nur durch holprige Sandpisten miteinander verbunden. Hier, mitten im sambischen Hinterland, gibt es ein Spital mit einem Spitex-Dienst (Home Based Care). Annie Scholz und ihr Spitex-Team mit fünf Angestellten und 85 Freiwilligen versorgen Menschen mit HIV/Aids auch in abgelegenen Dörfern. „Das Spitex-Programm richtet sich auf die Stärkung von Familien, damit sie ihre kranken Angehörigen zu Hause angemessen pflegen können“, erklärt Annie Scholz. „HIV/Aids ist hier die besondere Herausforderung, da so gut wie jede Familie betroffen ist.“

Das Spitex-Team

  • registriert die Patientinnen und Patienten
  • behandelt die Krankheitssymptome
  • informiert die PatientInnen über Aids-Tests und führt diese durch
  • versorgt aidskranke und HIV-positive Menschen mit Medikamenten
  • unterstützt Selbsthilfegruppen für die in Behandlung stehenden Menschen.

Kranke erhalten auch hochwertige Nahrungsmittel, zum Beispiel Soja und Hochproteinnahrung aus dem Welternährungsprogramm. Denn erst wenn sie sich dank guter Ernährung erholt haben, können die wirksamen Aids-Medikamente mit Erfolg eingesetzt werden. Das Spitex-Programm deckt den Nahrungsmittelbedarf zunehmend aus lokaler Produktion und gibt der lokalen Ökonomie Impulse.

Dank Kleinprojekten finden die PatientInnen auch wieder ein Einkommen, was die Spitex finanziell unabhängiger macht. Mit seiner längjährigen Erfahrung in ländlichen Projekten berät Michael Scholz die Spitex und die Selbsthilfegruppen. Annie und Michael Scholz haben immer wieder neue Ideen, um Einkommen zu generieren. So betreibt die Spitex eine Getreidemühle, und sie investierte in die Anschaffung zweier Esel. Die Ankunft von BMI (Männchen) und Mpanshya (Weibchen) hat einiges Aufsehen erregt. Zuerst wurden die Tiere fürs Arbeiten trainiert, und seither für den Transport von Lasten und zur Bearbeitung der Felder gegen ein angemessenes Entgelt ausgeliehen. Das ist für die Bauern immer noch viel günstiger, als die Miete des einzigen Traktors in der Umgebung.

Partnerorganisation Erzdiözese Lusaka

Die Sozialarbeit der Erzdiözese umfasst zahlreiche Projekte, die Benachteiligten zugute kommen. Dazu gehören Schulen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren, Hospize für Sterbende, aber auch ein landwirtschaftliches Ausbildungszentrum. Eines dieser Projekte ist die Spitex in Mpanshya.

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