Arbeit mit Behinderten braucht Engagement und Fachwissen

zwei Betreuerinnen und drei Kinder im Rollstuhl während der Therapie
Claudia Rohde während der Therapie

Im Therapieheim "Rettender Stern" in Taidong betreuen Claudia Rohde und Susanne Fengler Kinder mit unterschiedlich schweren Behinderungen. Dank dem fünfjährigen Einsatz der Ergotherapeutin und der Sozialpädagogin profitieren das Therapieheim und seine Mitarbeitenden von deren Fachwissen und Erfahrung in der Integrationsarbeit.

"Es hat sich schon viel getan", sagt Claudia Rohde. Seit Dezember 2007 arbeitet die Sozialpädagogin aus Marburg (D) im „Rettenden Stern“, der einzigen heilpädagogischen Tagesstätte mit Wohnheim für behinderte Kinder der Region Taidong an der Ostküste von Taiwan. Mit ihrer Arbeitskollegin Chen Pei Jün hat sie sich einen vielseitig nutzbaren Frühförderraum eingerichtet – für Kinder wie den vierjährigen Wen Fu. Nebst seiner schweren cerebralen Lähmung leidet er an epileptischen Anfällen. Dank der Arbeit mit verschiedensten Hilfsmitteln lernt er mit Claudia Rohde seinen Körper besser zu koordinieren. Das erleichtert ihm das Spielen und ermöglicht so, wichtige Erfahrungen selbst zu machen.

Im Heim werden rund 60 behinderte Kinder und Jugendliche zwischen zwei und achtzehn Jahren betreut und gefördert. Viele sind UreinwohnerInnen und stammen aus sehr ärmlichen Verhältnissen. Wegen der Schwere ihrer Behinderung können sie keine öffentliche Schule besuchen. Im Heim werden sie durch verschiedenste Angebote wie Bewegungstherapie, Rhythmik und kreatives Arbeiten gefördert. So lernen Kinder lernen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Alltag selbstständig zu meisten.

Auch seit Dezember 2007 arbeitet die Ergotherapeutin Susanne Fengler aus Hannover im "Rettenden Stern" und unterstützt die Kinder mit Einzeltherapien. Ihr Therapieraum gleicht oft einer kleinen Werkstatt. Da viele Kinder aus armen Familien kommen, wird ihnen ein Rollstuhl aus dem Fundus des Heims zugewiesen. "Ich versuche dann mit Hilfe der Handwerker, die Rollstühle den Körpermassen der behinderten Kinder anzupassen." Gemeinsam entwickeln sie Ideen, wie die Hilfsmittel verbessert werden können.

Inzwischen baut Claudia Rohde das wichtige Frühförderungsangebot aus. In kleineren Gemeinden richtet sie Aussenstellen ein und arbeitet am Aufbau von Selbsthilfegruppen für Eltern. Und Susanne Fengler hat mit Weiterbildungskursen in Ergotherapie für die MitarbeiterInnen begonnen und arbeitet mit dem Lehrstuhl für Sonderpädagogik der Universität von Taidong zusammen.  

Beide Frauen haben nebst ihrer Arbeit als Therapeutinnen auch eine andere wichtige Aufgabe: "Unsere Mission ist erfüllt, wenn wir möglichst viel von unserem Wissen und unserer Erfahrung bis zu unserer Rückkehr an die einheimischen Mitarbeitenden weitergegeben haben."

Partnerorganisation: Heilig-Kreuz-Schwestern, Taidong

Die Heilig-Kreuz-Schwestern führen das Therapieheim "Rettender Stern" und sind Partnerorganisation der BMI.

1955 kamen die Heilig-Kreuz-Schwestern (mit Mutterhaus in Ingenbohl SZ) nach Taiwan, nachdem sie aus China ausgewiesen worden waren. Der Schwesterngemeinschaft gehören sowohl Schweizerinnen wie auch einheimische Schwestern an. Sie widmen sich der Betreuung von Kranken, Betagten und Behinderten sowie der Katechese und Pfarreiseelsorge.

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