Regina Fuchs unterstützt ArbeiterInnen in Chungli

Demonstration in Taipei
1500 Menschen – darunter das Team des Hope Workers’ Center demonstrieren in Taipei für die Rechte von Frauen, die in Privathaushalten arbeiten.

Die Soziologin Regina Fuchs arbeitet im Team des Hope Workers’ Center in Zhongli. Hier steht sie Menschen im Grossraum Taibei bei, die aus andern asiatischen Ländern zum Arbeiten nach Taiwan gekommen sind. MigrantInnen sind die schwächsten Glieder auf dem taiwanesischen Arbeitsmarkt. Regina Fuchs wehrt sich mit ihnen gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse.

Taiwan erlebte in den letzten 30 Jahren einen grossen Wirtschaftsaufschwung. Viele MigrantInnen aus den Philippinen, Thailand, Indonesien und Vietnam kamen und kommen immer noch auf der Suche nach einem Einkommen ins Land. Mittlerweile sind es etwa 350 000.

"Für viele wird der Traum, in Taiwan eine Arbeit zu finden, jedoch sehr schnell zum Albtraum", sagt die Soziologin Regina Fuchs. "Die Arbeitsbedingungen sind sehr schlecht, ein Monatsgehalt beträgt nur etwa 380 Euro." Kommt hinzu, dass Überzeit nicht bezahlt wird und diese Menschen oft gefährliche und unangenehme Arbeiten verrichten müssen.

Die meisten ArbeiterInnen kommen bereits mit Schulden an, denn sie müssen einer Vermittlungsagentur bis zu 5000 Euro bezahlen, um überhaupt eine Arbeitsstelle zu erhalten. Regina Fuchs: "Selbstverständlich sind die Agenturen mehr als gerne dazu bereit, für die Vermittlungskosten Darlehen zu Wucherzinsen zu vergeben. Das erste Jahr in Taiwan arbeiten die Menschen dann nur, um diese Schulden zu begleichen."

Die Situation der MigrantInnen wird zudem erschwert, weil es ihnen kaum möglich ist, den Arbeitgeber zu wechseln. Ein Teil ihres Lohnes bleibt nämlich als erzwungener Sparabzug bis zum Vertragsende in den Händen des Arbeitgebers. Es gibt sogar Arbeitsverhältnisse, die an Sklaverei grenzen. Besonders schlecht geschützt sind Hausangestellte und Pflegerinnen. Für sie gilt keine Arbeitszeitbeschränkung. Manche arbeiten bis zu zwanzig Stunden am Tag.

Als Mitarbeiterin des Hope Workers’ Center berät und begleitet Regina Fuchs diese Menschen und unterstützt sie in ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen. "Da war zum Beispiel ein Filipino namens Reggis, der erst vier Monate gearbeitet hatte. Dann ging der Betrieb bankrott. Er hatte also keine Chance, seine Schulden zu begleichen. Wir von Hope Workers’ Center haben alle möglichen Firmen angerufen und schliesslich eine Stelle für ihn gefunden."

Partnerorganisation Hope Workers’ Center

Das Zentrum in Zhongli (westlich Taibei) wurde 1986 von Kolumbaner Missionaren gegründet. Das Team der MitarbeiterInnen setzt sich für die Anliegen der ArbeitsmigrantInnen ein, indem es:

  • sie über ihre Rechte aufklärt und ermutigt, diese einzufordern
  • ihnen bei Konflikten mit Arbeitgebern und Agenturen beisteht
  • politisch wirkt, um die Bedingungen für die MigrantInnen zu verbessern
  • sie mit einem Reintegrationsprogramm auf die Rückkehr in ihr Heimatland vorbereitet.
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